Unheilvoll - Les Larmes Des Morts

Unheilvoll - Les Larmes Des Morts Cover
Label:
DunkelWeg Productions
Erscheinungsjahr:
2004
Limitiert auf:
100 Stück
Kontaktadresse:
dunkelweg.cjb.net

Zwar möchte ich niemandem zunahe treten, aber manchmal muss man sich schon fragen, was sich heutzutage alles als Label bezeichnet. Wenn ich mir die Aufmachung des ersten Demos dieses aus Kanada stammenden Ein-Mann-Projektes anschaue, denke ich eigentlich eher an eine Eigenproduktion. Das Cover besteht aus völlig einfachem Papier, wobei die Rückseite sogar weiß blieb. Auch von der Druckqualität her, hat man sich hierbei alles andere als mit Ruhm bekleckert, so wirkt das Cover eher unscharf und schwer zu identifizieren. Die Kassette ist dann folglich auch eine einfache, im freien Handel überall erhältliche, wobei das sicherlich das kleinste Übel ist, welches sowieso bei vielen Tapes der Fall ist. Dennoch kann so etwas jeder Musiker ohne großen Aufwand selbst entwerfen, dafür brauch man selbsterklärend keine Plattenfirma. Nun gut, noch mehr Konfusion löst die Limitierung bei mir aus. Zwar ist die Zahl, auf welche "Les Larmes Des Morts" limitiert wurde, klar sichtbar, die andere Zahl aber, die ausdrückt, welche Kopie man davon selbst besitzt, wurde wiederum mit einem Stift kurzerhand überschrieben. Dabei handelt es sich übrigens um keinen Einzelfall, da ich von ähnlichen Fällen diesbezüglich bereits gehört habe. Rein von der Betrachtung her war ich also wenig angetan. Das Essenzielle an einer Veröffentlichung stellt letztendlich jedoch immer die Musik dar, auf die ich nun näher eingehen werde.

Ganz allgemein gesprochen handelt es sich bei "Les Larmes Des Morts" um geradlinigen, monotonen Black Metal depressiver Art. Etwas schade finde ich, dass ein synthetisches Schlagzeug verwendet wurde, welches einfach etwas zu mechanisch wirkt. Da hätte mir ein schön rumpeliges, selbst eingespieltes Schlagzeug in jedem Fall besser gefallen, denn rein vom Klanggewand her präsentiert sich Unheilvolls Veröffentlichung ebenso ziemlich rau und kantig. Ganz besonders das Becken, welches virtuell ständig und in durchgängig vorhersehbarer Weise geschlagen wird, kann einem manches Mal etwas auf den Geist gehen. Auch der Gesang ist in meinen Augen viel zu monoton ausgefallen und in der Regel ebenfalls immer im Voraus zu erahnen. Dafür gefallen mir die Gitarrenfahrten hier sehr, die einen stolzen, erhabenen Charakter aufweisen und den Hörer über verschneiten Berg- und Waldlandschaften schweben lassen. Zumindest kommt dieses Gefühl bei jedem Hören wieder in mir hoch, was ganz besonders auf das letzte Lied mit Namen "Dévorés Par Les Corbeaux" zutrifft. Die Gitarrenarbeit, bzw. viel mehr der Klang jenes Instruments, ist in meinen Augen also voll gelungen. Da stört mich die Tatsache ehrlich gesagt auch weniger, dass die Riffs auf den fünf, recht langen Liedern nicht allzu abwechslungsreich sind. Wie alles andere, ist auch der Aufbau der Lieder ziemlich einfach gestrickt und sorgt für wenig Abwechslung. Allerdings war es sicher auch nicht die Intention des Musikers, Besagtes zu erreichen.

Komischerweise weiß ich gar nicht genau, wie mein Fazit nun überhaupt aussehen soll. Zwar hat Black Metal allgemein nicht selten die Eigenschaft, monoton zu sein und den Hörer auf diese Weise mitzureißen, was "Les Larmes Des Morts" aber nur an manchen Tagen schafft. An anderen wiederum bringt es nicht viel mehr als Langeweile. Von daher bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als ein letztendlich durchschnittliches, mit Stärken und Schwächen gesegnetem, aber so oder so einfach zu gleichförmigen Werk mit durchschnittlichen fünf Punkten zu bewerten.

5/10

[Martin aka Pest, Berlin den 08.01.2007]