Blodulv/Pestiferium - Satanic Murder Order

Blodulv/Pestiferium - Satanic Murder Order Cover
Label:
War Productions
Erscheinungsjahr:
2004
Limitiert auf:
500 Stück
Kontaktadresse:
blodulv@hotmail.com, www.pestiferium.pt.vu

Von Blodulv wollte ich mir schon vor langer Zeit etwas besorgen. Nicht zuletzt wegen der guten Kritiken, die man im Umfeld so mitbekam. Pestiferium waren mir hingegen selbst namentlich völlig unbekannt, und so war ich sehr interessiert daran, das Teil mal zu hören.

Bei dem Material von Blodulv handelt es sich eher um älteres. Genauer gesagt sind es drei Rehearsal-Tracks aus dem Jahre 2002. Folglich sind dies wohl mit die allerersten Stücke des Trios, die je aufgenommen wurden. Dennoch habe man diese damals nach eigener Aussage in einem kleinen Studio in ihrem Heimatland Schweden eingespielt, wobei dies vor allem für einen Bombast-Fanatiker wohl alles andere alles andere als ersichtlich ist. Der Sound ist nämlich extrem roh ausgefallen, wobei das Material dennoch sehr wuchtig wirkt. Die Gitarrenfahrten haben wohl den größten Anteil daran. Sie sind stets herauszuhören, klingen erhaben und haben teils wahnsinnig kraftvolle Melodiebögen zu bieten. Also wird hier trotz maßloser Aggression viel Atmosphäre und Gänsehaut erzeugt. Ich weiß zwar nicht, wie die späteren Veröffentlichungen der Schweden klingen, wenn sie sich bisweilen aber noch weiter steigern konnten - was anzunehmen ist - gehört die dreiköpfige Formation wohl mit zum besten, was der schwedische Black Metal nicht nur augenblicklich, sondern je hervorgebracht hat. Dennoch ist diese Empfehlung mit Vorsicht zu genießen, Blodulv sind nämlich nichts für Black Metal-Einsteiger. Viel eher ist das Gegenteil der Fall.

Zum Zeitpunkt, als das Material aufgenommen und veröffentlicht wurde, war Pestiferium ein Projekt, welches nur aus einer einzigen Person bestand, nämlich Vorahk. Lediglich ein Titel wurde von einem Session-Basser unterstützt. Zwar bin ich mir nicht hundertprozentig sicher, aber ich meine mal, einen Drumcomputer herauszuhören. Das ist im Falle Pestiferiums nicht weiter schlimm, da es wie gesagt kaum erkennbar ist.

Anders als bei Blodulvs Material wird hier zwar auch längst keine glasklare Produktion geboten, etwas transparenter fällt diese aber schon aus. Ähnlichkeiten mit den Schweden hat das portugiesische Projekt aber schon, denn auch hier wird rifflastiger, aber ebenso überwiegend im Up-Tempo anzusiedelnder Black Metal gespielt, der für gewissen Tiefgang sorgt.

Im Übrigen enthält der Split trotz einer Länge von knapp vierzig Minuten nur sechs Titel. Beide Seiten setzen also keineswegs auf kurzes, knackiges Geholze sondern bieten mehr als einfach nur hasserfüllte Musik. Blodulv gefielen mir zwar insgesamt besser, aber auch Pestiferium haben eindeutig Qualitäten, mit denen sie sich nicht zu verstecken brauchen. Beide Bands bewegen sich also qualitativ auf hohem Niveau und erreichen somit, dass diese Split-Kassette essenziell für jeden ist, der riffmäßig kraftvollen und leicht epischen, aber auch schnellen und kompromisslosen Black Metal zu seinen Vorlieben in Sachen Musik zählt.

Nachtrag (vom 02.04.2008): Da mir von Blodulv bisher mehr Material geläufig ist und ich alles in allem nicht so beeindruckt bin, wie ich es mir vorstellte, muss ich für mich persönlich sagen, dass die Schweden mit ihren drei Stücken hiermit das beste Material ihrer bisherigen Schaffenszeit abgeliefert haben.

7,5/10

[Martin aka Pest, Berlin den 06.02.2007]