Seelenfrost - Wolfsgesang

Seelenfrost - Wolfsgesang Cover
Label:
-
Erscheinungsjahr:
2007
Limitiert auf:
50 Stück
Kontaktadresse:
semgoroth@googlemail.com

Unter dem vorherigen Bandnamen Seelenwinter wurde bereits eine Kassette herausgebracht, welche sich aber nicht gerade als funkelndes Juwel schwarzmetallischen Schaffens beschreiben ließ. Sofort darauf nannte man sich aufgrund zweier anderer Formationen, die sich mit demselben Namen schmückten, in Seelenfrost um. Was hat sich geändert? Aus einem Soloprojekt wurde eine Zwei-Mann-Band. Zudem hat sich auch am Sound einiges getan. Das heißt nicht, dass Seelenfrost mit ihrem ersten Demo für großartiges Aufsehen sorgen würden. Rein instrumental lässt sich das Schaffen als eher belanglos und uninspiriert beschreiben. Die Gitarrenriffs ähneln sich an vielen Stellen und auch etwaige Überraschungen lassen sich im Großen und Ganzen eigentlich niemals ausmachen. Das klingt nun erstmal so, als sollte man diese Band als Lesender sofort wieder aus seinem Hirn verbannen. Dem muss aber nicht so sein, denn Seelenfrost klingen trotz scheinbar wenigem Aufwand ganz gut hörbar. Dafür sorgt letztlich die gut geglückte Aufnahme. Durch den Hall-Effekt und diesem leicht matschigen Klang entfaltet das Klangbild eine dunkle, mystische Note. Vor allem merkt man dies an Riff-Passagen, in welchen das Tempo gedrosselt daherkommt. Auch erwähnenswert ist der Einsatz einer Akustik-Gitarre, welche aber durchaus öfter hätte eingeflochten werden dürfen. Abgesehen von der Ein- sowie Ausführung und einem kurzen Intermezzo in "Harzduftende Dunkelheit" kommt selbige nämlich nicht zum Einsatz. Das alles tröstet natürlich nicht über die monotone und auf lange Sicht etwas ermüdende Spielweise hinweg, sorgt aber dafür, dass "Wolfsgesang" eine Kassette ist, die man durchaus erwerben darf. Wenn sich die Musiker in Zukunft darauf versteifen, durchgehend atmosphärische Musik zu fabrizieren und an der ein oder anderen Stelle schematisch vom Grundprinzip abzuweichen, so steht uns vielleicht etwas ins Haus, das sich auch auf lange Sicht im Tape-Deck behaupten wird.

4,5/10

[Martin aka Pest, Berlin den 10.02.2008]