Peste Noire - Mors Orbis Terrarum

Peste Noire - Mors Orbis Terrarum Cover
Label:
-
Erscheinungsjahr:
2007
Limitiert auf:
keine Angabe
Kontaktadresse:
-

Sich als französische Band in relativ kurzer Zeit einen Ausnahmestatus zu erarbeiten, gilt als schwierige Aufgabe, bei den hochklassigen Formationen, die dort ansässig sind. Dieses Quartett, welches kurz nach der Jahrtausendwende ins Leben gerufen wurde, schaffte genanntes scheinbar spielend. Mit dem Debütalbum "La Sanie Des Siècles - Panégyrique De La Dégénérescence" kreierte man ein Album, das sowohl von Eigenständigkeit und Kreativität als auch von maßloser Emotionalität lebte. Im Jahre 2006 kam mir nichts vergleichbar Großartiges unter.

Da dieser denkwürdigen Veröffentlichung bereits fünf Demo-Kassetten vorausgingen, wuchs das Interesse an selbigen, welche zu dem Zeitpunkt schon ausverkauft schienen. Ein Jahr nach Erscheinen des Debütalbums entschlossen sich die Franzosen, ihr Demo-Material in Eigenregie erneut herauszubringen. Dabei hat man offensichtlich keine Kosten und Mühen gescheut. Verpackt sind die beiden bedruckten Kassetten einschließlich jeweiliger Beihefte nämlich in einer Pappbox mit mystischer Abbildung. Schön hergerichtet, die Herren.

Ein Wehrmutstropfen für mich persönlich ist die lyrische Ausrichtung des allerersten Demos, welches genauso wie die verbleibenden vier auf diesem Release enthalten sind. Mit dem Titel "Aryan Supremacy" sollte eigentlich alles gesagt sein. Gleich darauf hat man sich vom Textkonzept nicht nur verabschiedet sondern sogar klar distanziert. Wäre dies bis heute anders, so hätte "Mors Orbis Terrarum" mit Sicherheit nicht den Weg auf diese Seite gefunden. Ob die Aussage der Musiker allerdings verbindlich ist, ist eine andere Frage.

Dass "Mors Orbis Terrarum" mit dem grandiosen Debüt nicht ganz mithalten kann, liegt fast auf der Hand. Und das, obwohl fast alle Songs des Albums auch hier vertreten sind. Nur eben als Demo-Versionen mit roherem Sound. Wobei ich zu keiner Zeit das Gefühl habe, dass die hier bereitgestellten Demo-Materialien einer zu schlechten Produktion unterlägen hätten. Auch in diesem Tongewand macht die Musik der vier unglaublich Freude. Vor allem der Kontrast zwischen den rauen Rhythmusgitarren und den vielen filigranen Soli hat einen immensen Reiz. Besonders empfehlenswert sind die beiden langen bis sehr langen Stücke "Dueil Angoisseus" und "Phalènes Et Pestilence - Salvatrice Aversedes" des zweiten Tapes, welche dem letzten Demo entnommen wurden.

"Mors Orbis Terrarum" ist schlichtweg ein Muss für Liebhaber von rauem französischen Black Metal. Mehr muss nicht hinzugefügt werden.

7,5/10

[Martin aka Pest, Berlin den 17.11.2007]