Paragon Impure - Paragon Impure

Paragon Impure - Paragon Impure Cover
Label:
Meurtre Noir Records
Erscheinungsjahr:
2005
Limitiert auf:
300 Stück
Kontaktadresse:
meurtrenoir.cjb.net

Man muss zugeben, dass die belgische Black-Metal-Szene in den letzten Jahren deutlich an Potenzial zugelegt hat. Viele Bands brillierten mit erstklassigen Outputs, wie etwa Nartvind, Grimfaug, Lycanthropy's Spell und weitere. Auch Paragon Impure sind auf einem guten Weg, sich einen Namen im Ländle zu machen. Dabei dürfte ihnen auch diese Kassette behilflich sein, denn das enthaltene Material ist durchaus ernst zu nehmen. Im Grunde handelt es sich dabei aber nur um eine Zusammenstellung der beiden vergriffenen Mini-LPs, welche nun gemeinsam auf das Magnetband gespielt wurden.

Die Belgier scheinen einen Faible für die blanke Boshaftigkeit zu besitzen, so kann man es sowohl den Texten als auch der diabolisch tönenden Musik entnehmen. Zum Großteil bewegt sich das Duo nämlich in ziemlich rasanten Gefilden, nur sehr selten wird mal das Tempo gedrosselt. In Kombination mit dem düsteren Gesamtklang macht die Zusammenstellung einen höllisch bedrohlichen Gesamteindruck. Löblich finde ich auch die Verwendung von wenigen Gitarrensoli, die trotz der reinrassigen Black-Metal-Raserei hervorragend ins pechschwarze Bild hineinpassen. Eigene Züge hinsichtlich dessen weist auch der Gesang auf, der am ehesten mit dem von Mikko Aspa zu vergleichen ist. Weniger kreischend, als viel mehr kehlig und rau, was sehr gut kommt. Weniger positiv sind die meist etwas zu hintergründig geratenen Riffs. Zwar kann man sie bei etwas konzentrierterem Hören ausreichend heraushören, dennoch hätten sich diese ruhig etwas kraft- und elanvoller durchs Geschehen ziehen dürfen. Aber auch so ist es in Ordnung, zudem man beim dritten Lied - "Key To The Void" nennt es sich - aufgrund des im Gegensatz zum Rest arg gedrosselten Tempos wieder alles problemlos heraushören kann. Das Lied ist ein sehr schönes Kontrastprogramm zum diabolischen Hochgeschwindigkeitsspiel, das sonst überwiegend geboten wird. Beinahe erinnert es mich etwas an den Stil des zweiten Beatrik-Albums. Eine endzeitliche, trostlose und überwältigend graue Atmosphäre legt sich über das Gemüt des Hörers, während das sanfte und monotone Riffing, die energisch polternde Fußmaschine und der entsetzlich hoffnungslose Gesang auf einen herabrieseln. Eine sehr gelungene Abwechslung.

Abgesehen von den vier recht langen Liedern, welche hier enthalten sind, haben die Belgier außer einem Album nichts mehr veröffentlicht. Vorerst wird sich das anscheinend auch nicht ändern, leider, denn offiziell wurde das Projekt erstmal auf Eis gepackt. Hoffentlich lässt neues Material nicht allzu lange auf sich warten. Dass Paragon Impure was auf dem Kasten haben, steht nämlich spätestens nach dem Anhören dieses Tapes fest.

6,5/10

[Martin aka Pest, Berlin den 11.06.2007]