Obscure Anachronism - Demo 2005

Obscure Anachronism - Demo 2005 Cover
Label:
Eternity Records
Erscheinungsjahr:
2005
Limitiert auf:
200 Stück
Kontaktadresse:
eternityrecords.de

Mal wieder was Depressives, diesmal aus dem beschaulichen Graz. Die drei Österreicher haben mit diesem Demo ihre bisher einzige Veröffentlichung vorzuweisen, jedoch ist diese schon mal ein netter Einblick und macht Lust auf mehr. Lediglich nicht so ansprechend ist in meinen Augen der Gesang, welcher mir beim Ausklingen der Stimme beinahe ständig etwas zu weinerlich klingt. Natürlich ist das so gewollt, nur finde ich diese Singweise ein klein wenig dick aufgetragen. Allerdings sollte man damit, sofern man sich fast täglich mit suizidalem Black Metal aller Art zudröhnt, keine Probleme haben. Eher wird wohl das Gegenteil der Fall sein. Mir persönlich gefällt dafür das restliche Gebotene ausgesprochen gut. Zwar ist nichts Überragendes dabei, aber das Trio bringt mit ihrer Musik schon etwas rüber. Insbesondere die Riffs sind hervorzuheben. Zwar kann man auch hier mit Fug und Recht behaupten, das ein oder andere Saitenspiel schon mal gehört zu haben, allerdings ist das ja nichts Ungewöhnliches oder Verwerfliches mehr. Jedenfalls klingen die Gitarrenfahrten einerseits episch, andererseits auch bedrückend. Welches dieser beiden Gegensätze nun dominiert, vermag ich nicht zu sagen. Fakt ist zumindest, dass die Riffs überwiegend einfach schön klingen und in dem jeweiligen Lied in verschiedenen Varianten zum Tragen kommen. Bemerkenswert ist auch die Länge der einzigen beiden enthaltenen Titel. Beide dauern nämlich knapp ganze zehn Minuten an und reißen den Hörer somit selbstverständlich eher mit. Zudem gefällt mir noch gut, dass die Band nicht in totaler Melancholie versinkt, sondern durchaus kraftvoll und alles andere als lasch zu Werke geht.

Das "Demo 2005" - wie es auch offiziell heißt - ist alles andere als eine Ausnahmeerscheinung, dafür aber immerhin ein durchaus ernstzunehmendes und irgendwie sympathisches Tape von einer Band, die ihr Können hoffentlich bald auf mehr als nur zwanzig Minuten Spielzeit unter Beweis stellt.

6/10

[Martin aka Pest, Berlin den 03.05.2007]