Mysticum - Lost Masters Of The Universe

Mysticum - Lost Masters Of The Universe Cover
Label:
Night Birds Records / Black Plaque Records
Erscheinungsjahr:
2005
Limitiert auf:
-
Kontaktadresse:
mysticum.com

Die Tape-Version von "Lost Masters Of The Universe" wurde ungewöhnlicherweise in Zusammenarbeit mit zwei Plattenfirmen herausgebracht. Dabei handelt es sich um eine sechzehn Lieder umfassende Veröffentlichung, welche außer weniger fehlender Stücke des legendären "In The Streams Of Inferno"-Album jegliches, jemals veröffentlichtes Material der Band enthält. Keine Frage, dass sich der Kauf lohnt, vor allem bei solch einer Bandů

Sofern es wirklich noch Menschen geben sollte, die Black Metal hören, diesen Bandnamen aber noch niemals zuvor gehört haben, so möchte ich ihre Musik und den Einfluss, den sie zweifelsohne hatten, einmal kurz umreißen. Die aus Norwegen stammenden Mysticum waren wohl die erste Formation, die Black Metal verstärkt mit elektrischen Hilfsmitteln modifizierten. Ob Drum-Computer, Sound-Samples oder Keyboards - dem Trio war nichts zu bunt. Dennoch klangen sie niemals verklimpert oder in irgend einer Weise kitschig, im Gegenteil. Mysticum zeigten sich schon immer aggressiv und bösartig.

Da es sich hierbei überwiegend um Demomaterial handelt, darf man getrost davon ausgehen, dass sich vor allem die Titel, die Anfang der Neunziger herauskamen, klangtechnisch nicht allzu ausgereift präsentieren. Das ist aber eigentlich gar nicht so sehr der Fall. Zwar ist der Sound auf dem "In The Streams Of Inferno"-Album klarer, aber auch hier kann man eigentlich alles ohne weiteres heraushören, und druckvoll ist das Material ebenfalls. Recht abgefahren ist auch der Gesang, der abwechslungsreich ist und stets boshaft und gar etwas verrückt wirkt. Die Gitarrenriffs und solch eine Atmosphäre, wie hier im Gesamten erschaffen, hat man in solcher Art wohl auch eher selten gehört. Insgesamt klingt das Ganze ziemlich krank und ungewohnt, weiß den Hörer so aber auch längere Zeit zu fesseln. "Mourning", "Forces Of Darkness" und "Black Magic Mushrooms" sind wohl die herausragenden Stücke. Wobei so gut wie alle Lieder sehr empfehlenswert sind und eine eigene, bizarre Note haben, die man einfach gehört und erfasst haben muss.

Selbst wenn man von industriellem Black Metal nichts hält, muss man Mysticum einfach eine Chance geben. Weniger Black Metal als alle anderen großen norwegischen Bands sind Mysticum trotz solcher "Spielereien" mit Sicherheit nicht. So grässlich muss man nämlich erstmal klingenů

8/10

[Martin aka Pest, Berlin den 21.01.2007]