Meslamtaea - New Era

Meslamtaea - New Era Cover
Label:
Heidens Hart
Erscheinungsjahr:
2006
Limitiert auf:
keine Angabe
Kontaktadresse:
go.to/heidenshart

Meslamtaea ist eines der zahlreichen Projekte, in welches der Session-Drummer von Cultus - namentlich Floris Velthuis - involviert ist. Bereits das erste Tape "Illusion" überraschte mich. Nicht, dass es mir übermäßig gefiel, doch beinahe erschreckend anders tönte das Material, welches aus einer halben Dekade des Musizierens entstammte. Es klang überwiegend wie saftloser aber dennoch facettenreicher Göteborg-Death-Metal auf Zauberpilzen. Insbesondere das abgedrehte Cover erinnert an einen üblen Trip und rang mir nicht selten ein Grinsen ab. Trotz des interessanten Klangs von "Illusion" konnte ich der Musik des Niederländers nie wirklich etwas abgewinnen. "New Era", welches ebenfalls als Kassetten-Version über Heidens Hart erschien, macht auf mich schon einen gereifteren Eindruck. Ein wenig ernster kann ich dieses Ein-Mann-Projekt heute im Gegensatz zum ersten Release also schon nehmen. Abgesehen vom guten, neuen Material ist aber auch "Illusion" vollständig auf der B-Seite dieses Tapes wiederzufinden. Ob das nun unbedingt notwendig war, sollte sich der Musiker ernsthaft fragen.

Die Saftlosigkeit von "Illusion" wurde im Bezug aufs neue Material behoben. Die Aufnahme ist klarer und druckvoller ausgefallen. Dass es öfters noch immer ein wenig nach Göteborg'schen Riffs riecht, lässt sich aber auch hier nicht verleugnen. Dafür vermittelt das Material zumindest ein wenig Tiefgang. Die Gitarrenriffs sind doch manches Mal emotionaler ausgefallen und auch der klare Gesang aus dem Hintergrund trägt dazu bei, dass der atmosphärische Aspekt nicht zu kurz kommt. Und trotzdem die Liedstrukturen und auch die spielerische Anforderung im Allgemeinen die ein oder andere Black-Metal-Veröffentlichung in den Schatten stellt, so kann man dem höchst melodischen "New Era" doch völlig entspannt und ohne großartige Anstrengungen lauschen. Düster klingt hier im Übrigen auch nicht allzu viel.

Ich bin gespannt, wie sich der Niederländer zukünftig entwickeln wird. Dieses Kassettenalbum - das außerdem als CD über die Eisenwald Tonschmiede erschien - ist in jedem Falle ein Reinhören wert, auch wenn ich überhaupt nicht weiß, welcher Zielgruppe ich das hier empfehlen soll. Eine klitzekleine Affinität zu progressiven und folkigen Tendenzen sollte man aber mitbringen. Die Frage ist nur, ob man das merkwürdige erste Demo unbedingt integrieren musste. So bekommt das Album in der Mitte einen Bruch und lässt den roten Faden vermissen, was die Wertung letztlich nicht unerheblich drückt.

5/10

[Martin aka Pest, Berlin den 12.02.2008]