Mayhemic Truth - 1992-1994/R.I.P.

Mayhemic Truth - 1992-1994/R.I.P. Cover
Label:
Westwall
Erscheinungsjahr:
2004
Limitiert auf:
500 Stück
Kontaktadresse:
morrigan.org

Wer kennt sie nicht? Das inzwischen als Morrigan bekannte Duo gehört wohl zu den allerersten Black-Metal-Bands der zweiten Welle, die es in Deutschland gab. Erhältlich war dieses Material, welches aus dem zuvor unveröffentlichten, komplett neu gemasterten "My Mourningstar "-Album besteht, vorher bereits als eigen produzierte CD. Kurz darauf wurde das Material nochmals über Sombre Records als Schallplatte herausgebracht, was aber allgemein hin als Bootleg bekannt ist. Die erste wirklich offizielle und gleichzeitig professionelle Fassung liegt mir erst mit dieser Kassette vor, welche über Westwall vor nicht allzu langer Zeit erschien.

Wie gut, dass es zu der Veröffentlichung überhaupt kam, denn "1992-1994/R.I.P." ist ein verdammt unterhaltsames Kassettenalbum, das ich mir immer wieder gerne anhöre. Das liegt vor allem daran, weil die enthaltenen Lieder sich recht stark voneinander unterscheiden und so für viel Abwechslung und Kurzweil sorgen. Eines aber haben alle Stück gemeinsam: Sie sind in verdammt geilem Sound abgemischt worden. So präsentiert sich das ganze Album durchgehend im angenehm rauen und rotzigen Klanggewand, wobei der Hörer aber zu jeder Zeit jedes einzelne Element ohne weiteres heraushören kann.

Um nun noch einmal genauer auf die Abwechslung zu sprechen zu kommen: "1992-1994/R.I.P." bietet sowohl räudige, eher einfach gestrickte aber ungemein unterhaltsame Songs, genauso aber auch Lieder, die durch gewisse Eigenarten überzeugen. Als bestes Beispiel wären das vergleichsweise melodische "Long Forgotten Cries" und das epische "Our Gateband Is A Rainbow" zu nennen. Ersteres besticht durch eine traumhafte Synthesizermelodie, welche im Lied immer und immer wieder auftaucht und so für wahnsinnig schöne Stimmungsbögen sorgt. Zweitgenannter bietet als einziges Stück ab und zu klare Gesangspassagen; etwa so, wie bei heidnischen Formationen oft üblich, allerdings passend zum rohen Drumherum und alles andere als kitschig oder gekünstelt. Allgemein wirken die Gitarrenfahrten stets zwar ziemlich krisselig, doch irgendwie auch filigran, wenngleich die Musik insgesamt doch eher einen rotzigen Charakter innehat. In Kombination mit dem rumpeligen Schlagzeug und der fiesen Stimme, hat das Ganze zweifelsohne ein sehr hörbares Endprodukt zur Folge, das man sich immer wieder gern zu Gemüte führt.

"1992-1994/R.I.P." sollte meiner Meinung nach jeder besitzen, der rotzigen, aber keineswegs abgedroschenen und überwiegend im Mid-Tempo angesiedelten Black Metal mit leichtem Atmosphäregehalt schätzt. Nur dürften das letztendlich leider mehr sein, als es Exemplare dieses Tapes gibt.

7,5/10

[Martin aka Pest, Berlin den 09.01.2007]