Lycanthropy's Spell - Glorification Of The Night

Lycanthropy's Spell - Glorification Of The Night Cover
Label:
Irdenwerk Productions
Erscheinungsjahr:
2005
Limitiert auf:
300 Stück
Kontaktadresse:
lycanthropysspell.de.ms

Das belgische Zwei-Mann-Projekt Lycanthropy's Spell ist nicht mehr existent. Leider, muss man sagen. Im Gegensatz zu vielen anderen aufgelösten Formationen besteht in diesem Fall auch keine Möglichkeit, diese Entscheidung wieder aufzuheben. Denn Sarmak, Kopf der Band, verstarb Ende 2005 an einem Herzfehler.

Allerdings kenne ich, abgesehen von "Glorification Of The Night", sowieso noch keine weitere Veröffentlichung, sodass ich möglicherweise auch in Zukunft viel Spaß mit dem talentierten Duo haben werde, sofern es noch irgendwo Material zu erstehen geben sollte. Dieses Kassettenalbum hier begeisterte mich jedenfalls von Anfang an.

Das Hauptaugenmerk liegt vor allem auf der holprigen Produktion. Objektiv gesehen ist der Sound zwar ziemlich schlecht, erfahrene Hörer werden hiermit aber definitiv gut zu Recht kommen und mit Sicherheit auch Gefallen daran finden. Nur der in manchen Abschnitten etwas knatschige Sound, vor allem gegen Ende der Kassette, könnte leicht unangenehm aufgenommen werden. Ansonsten kann man nicht meckern. Die Becken klatschen schön, Snare und Bassdrum sorgen zwischendrin für etwas druckvollere Momente und die Gitarren sind immer wunderbar herauszuhören und schweben nicht selten energisch über dem Geschehen. Die Riffs sind also definitiv das Wichtigste an "Glorification Of The Night". Auch deshalb, weil sie nicht selten ziemlich unverbraucht klingen, was ja vor allem im Black Metal alles andere als typisch ist.

Stimmungsmäßig ist das Tape ziemlich breit gefächert. Zwar wird überwiegend von melancholischeren Passagen Gebrauch gemacht, aber diese präsentieren sich alle recht unterschiedlich. Sowieso sind die Lieder verdammt abwechslungsreich ausgefallen. Da gleicht keines dem anderen. Auch vor schnellen und aggressiven oder gar leicht doomigen Momenten schrecken die Belgier nicht zurück.

Lycanthropy's Spell hatten ohne Frage einen verdammt eigenen Sound. Schade, dass zukünftig nichts Neues nachkommen wird. "Glorification Of The Night" sollte man jedenfalls ohne zu zögern mitnehmen, wenn man es entdecken sollte. Hier wird das Genre mal etwas anders interpretiert und nicht die hundertste Kopie älterer Tage abgeliefert. Deshalb gibt's von mir Anerkennung, eine verhältnismäßig hohe Punktzahl und eine imaginäre Träne für Mastermind Sarmak.

7,5/10

[Martin aka Pest, Berlin den 13.03.2007]