Hypothermia - Veins

Hypothermia - Veins Cover
Label:
Northern Sky Productions
Erscheinungsjahr:
2006
Limitiert auf:
500 Stück
Kontaktadresse:
hypothermia-band.cjb.net/

Drei Titel über knapp vierzig Minuten sind doch schon mal ein interessanter Fakt. Wie für Black Metal-Verhältnisse und besonders für den depressiven Bereich typisch, sind diese auch noch sehr monoton gehalten, sodass der Hörende gut im Trauersumpf des Schweden versickern kann. Das wird in den meisten Fällen wohl auch passieren, denn hier wird durchgehend im mittleren Tempo gespielt, sodass man sich einfach zurücklehnen und die Gleichförmigkeit regungslos auf sich wirken lassen kann. Der Grundstein für ein gutes Black-Metal-Release im traurigen Stile ist zumindest meines Erachtens nach schon mal gelegt.

Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass "Veins" einfach total grau wirkt. Nicht in der Form, dass es eine triste und bedrückende Aura versprühe, sondern eher dahingehend, dass einfach nicht viel im Kopf des Hörers geschieht. Das ist jetzt nicht unbedingt schlecht, denn hoffnungslos und träge wirkt die Musik des Solo-Projektes natürlich dennoch. Nur fehlt mir hier insgesamt etwas die Würze. Man fühlt sich beim Hören der Kassette eher leer und ausgebrannt, wobei dies womöglich die Intention des Musikers gewesen sein könnte. Spannend ist "Veins" jedenfalls nicht, aber schon sehr verstörend. Das einzige was mich zum Teil aber wirklich stört, sind die Vocals, die manchmal etwas zu theatralisch wirken und in meinen Ohren - zumindest in diesen besagt übertriebenen Abschnitten - eher nerven als dass sie eine verzweifelte Stimmung projizieren.

Wenn man das stete Bedürfnis hat, es sich irgendwo gemütlich zu machen und geistig beinahe tot auf einen irrelevanten Punkt zu starren, passt "Veins" wohl ungemein gut. Denn hypnotisierend ist das Demo aufgrund seiner Gleichförmigkeit und Unaufdringlichkeit in vollem Maße. Falls man dafür nicht geschaffen ist und auch mit trauriger Musik noch Kraft und nicht zu bändigende Gefühlsattacken verbindet, so sollte man andere Bands des Stils wohl eher vorziehen.

6/10

[Martin aka Pest, Berlin den 21.03.2007]