Hiver Noir - Lethal Beings' Musik

Hiver Noir - Lethal Beings' Musik Cover
Label:
Drakkar Productions
Erscheinungsjahr:
2005
Limitiert auf:
300 Stück
Kontaktadresse:
hivernoir.site.voila.fr/

Eigentlich halte ich große Stücke auf das französische Plattenlabel Drakkar, doch hin und wieder erscheint dort Musik, die sich nur noch bedingt als solche bezeichnen dürfte. Zu diesen selten merkwürdigen Veröffentlichungen zählt unter anderem dieses dritte Demo-Tape der Landsmänner Hiver Noir.

Nun mag es sein, dass der Herr Noktu - welcher hinter dieser Produktions- und Vertriebsstätte steht - aufgrund seiner Les Legions Noires-Vergangenheit einen ungemein ausgeprägten Faible für grottenschlechte Aufnahmen in klanglicher Hinsicht hat. Jedem das Seine, möchte ich meinen, doch dass die Abnehmer dieser Kassette mit dem Gebotenen zufrieden sind, möchte ich an dieser Stelle stark anzweifeln.

Es ist fast unverantwortlich, wie Hiver Noir mit dem Gehör ihrer Hörerschaft - sofern es auf lange Sicht überhaupt eine gibt - umspringen. Denn neben diesem penetranten Gedudel und Geschepper, verzichtet das Duo auf einen Bass, was ein kontinuierliches Hören in diesem Fall beinahe unmöglich macht. Es ist kein Märchen, dass "Lethal Beings' Musik" Kopfschmerzen verursacht, da spreche ich aus Erfahrung. Solange die Franzosen nicht gerade wie wild ihre Instrumente ramponieren - denn so klingt es - ist ihre Musik noch gerade so erträglich, sobald man aber im Tempo zulegt, habe ich ernsthaft Angst, Ohrenkrebs zu bekommen.

Beim besten Willen kann ich nicht verstehen, wie man auch nur in Erwägung ziehen könnte, so etwas wie dieses Demo zu veröffentlichen. Mit einem seichteren Klanggewand könnte das Geschaffene vielleicht einen guten Gesamteindruck hinterlassen, wer weiß. Black Metal in genau dieser Machart dürfte sich jedenfalls kaum jemand verzückt ins Regal stellen wollen. Somit ist "Lethal Beings' Musik" vielleicht für Geisteskranke, Hörgeschädigte und Kaufsüchtige eine Investition wert, doch für das verwöhnte Gehör eines gewöhnlichen Black-Metal-Hörers ist dieses Teil wohl in den allerseltensten Fällen geeignet.

Ein weiteres Demo, nämlich das ebenso über Drakkar erschienene "From Dead Times To Depression", kenne ich ebenfalls. Da jenes über ein Jahr später erschien, klingt dieses klangtechnisch schon hörbarer, stellt allerdings wie erwartet ebenfalls nichts Herausragendes dar. Immerhin hat man sich inzwischen aber vom Schredder-Sound verabschiedet.

1/10

[Martin aka Pest, Berlin den 13.09.2007]