Häive - Epätoivon Vuoksi

Haeive - Epaetoivon Vuoksi Cover
Label:
Varjot Productions
Erscheinungsjahr:
2005
Limitiert auf:
-
Kontaktadresse:
haive.tk

Als ich mal wieder in Bestelllaune war und einige Mailorder durchwühlte, erblickte ich unter anderem auch "Epätoivon Vuoksi". Zuallererst schweifte mein Blick sofort wieder von dieser Kassette ab, denn als Genre wurde "Folk/Black Metal" angegeben. Folk ist solche Musik, die ich mir nur in wehmütiger Form antue. Fröhliche, gar tanzbare Klänge dieser Art sind mir absolut zuwider. Ohne großartig darüber nachzudenken übersprang ich das Teil also und beachtete es erst wieder, als ich meine Bestellung schon komplett zu haben glaubte. Ich dachte mir, dass ich ja noch ein oder zwei weitere Dinge mitnehmen könne, da das Geld zu diesem Zeitpunkt scheinbar stimmte. Und so ging ich den Katalog nochmals durch. Als ich Häive dann zum zweiten Male an meinen Augen vorbeiscrollen sah, schaute ich - ohne auch diesmal großartig darüber nachzudenken - nach, ob irgendwo Hörproben zu finden seien. Und siehe da, schon hatte ich eine gefunden. Runtergeladen, angeklickt, abgespielt undů wow! Was für wunderschöne, melancholische und atmosphärische Musik! Damit hätte ich ja nun überhaupt nicht gerechnet.

Erklärt ist die Musik des Finnen eigentlich relativ schnell, auch wenn sie in solcher Art bisher selten da gewesen ist. "Epätoivon Vuoksi" besteht gewissermaßen aus drei Stilen, nämlich aus Black, Doom und Folk Metal. Dabei sind die beiden erstgenannten wohl die dominierenden. Folk-Einflüsse gibt es eigentlich kaum, höchstens in verstärkter Weise beim kurzen Instrumental. Bei den beiden verbleibenden Liedern kommen abgesehen von Maultrommeln - von denen ich ehrlich gesagt noch nie allzu viel hielt, wobei sie in diesem Fall aber ganz passend klingen - keine weiteren Folk-typischen Elemente vor. Der Rest ist allerdings erstklassig! So wird hier ein sehr düsteres, beinahe bedrückend trauriges Ambiente geschaffen, welches den Hörer geradezu hinfort trägt. Wiederfinden tut man sich, wie es bereits das Cover zeigt, an einem rauschenden Bach, welcher von dunklen Wäldern umgeben ist. Man wird zwangsläufig eins mit dem Material des Finnen, welcher in Sachen atmosphärischer Musik wohl so begabt zu sein scheint, wie wenige andere. Man kann sich dieser interessanten, in dieser Intensität selten da gewesen Stimmung eigentlich zu keinem Zeitpunkt, während "Epätoivon Vuoksi" abgespielt wird, entziehen.

Musik zum Empfinden, zum Träumen und zum Dahinschwelgen. Wer sich das ruhigere Wyrd-Material oder ältere Empyrium gerne anhört, der kann mit "Epätoivon Vuoksi" rein gar nichts falsch machen. Schade nur, dass hier nicht mehr als eine viertel Stunde Musik geboten wird. Nichtsdestotrotz ist es natürlich ein mehr als überzeugendes Demo geworden, das förmlich nach einem Album schreit. Vertonte Naturmystik im ganz großen Stile!

8/10

[Martin aka Pest, Berlin den 10.01.2007]