Ghastly - A Macabre Ritual

Ghastly - A Macabre Ritual Cover
Label:
GoatowaRex
Erscheinungsjahr:
2005
Limitiert auf:
keine Angabe
Kontaktadresse:
goatowarex.org

Ghastly sind in Australien heimisch, haben einen Split mit den finnischen Black/Thrash-Heroen Flame und ansonsten lediglich noch dieses Demo vorzuweisen. Inzwischen hat sich die Truppe sogar aufgelöst. Nicht viel, was da an relevantem Informationsmaterial zusammenkommt. Dabei hätte ich dem Trio, wenn ich's nicht besser wüsste, durchaus einiges für die Zukunft zugetraut. "A Macabre Ritual" ist nämlich ein unterhaltsames Stück Musik, das auch ohne innovative Elemente wunderbar auskommt. Die Australier glänzen mit urigem Charme. Die Musik des Dreigestirns tönt nämlich leicht altbacken, allerdings alles andere als überholt. An den Saiten wird sich an der harten und schweren achtziger Jahre Grobmotorik orientiert. Auch der Schlagzeuger beschränkt sich meist lieber auf geradliniges Snare-Gehaue. Somit entsteht - in Kombination mit dem ohnehin rohen Soundgewand - aus instrumentaler Sicht ein schön dreckig-räudiges Ambiente. Wenige melodiösere Riff-Parts, beziehungsweise Soli, werden im Laufe der cirka zwanzig Minuten ebenfalls abgefeuert und geben ihrer Musik einen Schuss Morbidität hinzu. Der hallende und aggressive Gesang rundet das Ganze letztlich harmonisch ab und lässt die Musik der drei nicht zu verstaubt wirken.

Die Bedeutung des Bandnamen passt übrigens durchaus zur Musik. In der Tat wirkt das Gespielte leicht grausig und gespenstisch. Dies untermalt zudem das stimmige Bild einer tristen Burg, welches auf der Innenseite des Inlays abgedruckt wurde. Das hat insgesamt durchaus Stil.

Eigentlich verwunderlich, dass Ghastly nach nur so kurzem Bestehen schon nicht mehr existieren. Denn "A Macabre Ritual" ist ein sehr sympathisches Stück Black Metal mit Thrash-Einschlag, das durchaus lohnt, angehört zu werden.

6/10

[Martin aka Pest, Berlin den 19.09.2007]