Funeral Forest - Misanthropy And Intolerance

Funeral Forest - Misanthropy And Intolerance Cover
Label:
Ravenheart Productions
Erscheinungsjahr:
2006
Limitiert auf:
300 Stück
Kontaktadresse:
funeral-forest.tk

"Misanthropy And Intolerance" also. Man könnte meinen, die drei Franzosen wüssten nicht so ganz, was das erstgenannte Wort in ihrem Titel überhaupt bedeutet. Nebenbei ist man nämlich noch in überflüssigen Projekten mit eindeutig rechter Gesinnung tätig. Von Menschenhass im Allgemeinen kann dabei wohl nicht mehr die Rede sein.

Nun gut, die Aufregung bringt nichts. Widmen wir uns ihrem Werk. Das Teil besteht aus älteren Liedern, die - mit Ausnahme von "Sarmak In The Valhalla", der bereits auf der "Tribute To Sarmak"-Zusammenstellung vertreten war - bisher unveröffentlicht blieben. Insgesamt kommt man auf cirka eine Stunde Spielzeit. wenn man Ein- und Ausführung abzieht, besteht "Misanthropy And Intolerance" gerade mal aus vier Liedern. Die Franzosen haben also eine kaum übersehbare Affinität zu nicht unerheblich langen Stücken.

Eingeleitet wird die Kassette durch ein schönes Stück klassische Musik. Jenes ist mir gar nicht mal fremd, nur weiß ich leider nicht, welcher kompositorisch-talentierten Feder es entsprang. Das ist aber auch nicht von enormer Wichtigkeit.

Der allererste Track zeigt bereits auf, für was sich das Trio begeistert. Einen rauen Sound hat man sich zugelegt, ein montones Songwriting, welches eigentlich ständig von melodischen Riffs durchzogen wird und eine ganz klar geregelte Geschwindigkeitsnorm. Fast durchgehend setzt man auf mittelschnelles Tempo. Das macht "Misanthropy And Intolerance" trotz der nicht glasklaren Produktion letztendlich ungewöhnlich leicht verdaulich. Hingegen verliert die Veröffentlichung so aber auch ein wenig an Spannung. Sich entspannt irgendwo hinzusetzen und den Klängen der Franzosen zu lauschen, das passt. Auch Spaziergänge durch verschneite Winterlandschaften bieten sich wohl an und bringen mit Sicherheit den einen oder andere Gänsehautmoment mit sich. Für passionierte Headbanger, Geschwindigkeits-Puristen und ähnliche Rabauken kann ich somit aber keine Empfehlung aussprechen. Überwiegend erhabene Melodien und ein gewisses gediegenes Grundelement dominieren das Klangbild auf "Misanthropy And Intolerance". Wem so etwas behagt, der sollte sich die Franzosen einmal näher bringen. Für den einen oder anderen dürfte es sich lohnen.

6/10

[Martin aka Pest, Berlin den 10.07.2007]