Freitod - Hoffnungslos...

Freitod - Hoffnungslos... Cover
Label:
Division Geistes Waffe
Erscheinungsjahr:
2007
Limitiert auf:
300 Stück
Kontaktadresse:
-

Freitod existieren alles andere als lange. Dennoch las ich im Vorfeld nur Positives über ihr bisher einziges Demo "Hoffnungslos…". Endlich mal wieder ein Lichtblick im Bereich des suizidalen Black Metal, hieß es von Seiten vieler. Nun gut, bei soviel Lob konnte ich nicht widerstehen und besorgte mir die Kassette umgehend. Doch die Ernüchterung folgte auf dem Fuße. Mitnichten sind Freitod langweilig oder ähnliches, doch bei soviel positiver Kritik erwartete ich ein Inferno an Gänsehautattacken, an grenzenlos negativer Atmosphäre, an überwältigender Trauer. Letztlich reihen sich die Nürnberger aber nur im Mittelfeld ein. So sehe jedenfalls ich das Ganze.

Ich kann mir nicht erklären, wie all diese euphorischen Aussagen zustande kamen. Nirgendwo ist hier etwas Besonderes zu sichten. Der verzweifelte Wolfsgesang, der keinesfalls sonderbar tönt, sollte inzwischen jedem geläufig sein, der sich einmal dieser Art der schwarzen Kunst zugewendet hat. Das Klanggewand ist recht gut. Schön rau, dennoch immer transparent. Herauszuhören ist jedenfalls alles zu jeder Zeit. Dennoch, daran mache ich meine Meinung natürlich nicht fest. Gerade die Saitenspiele lassen nämlich zu wünschen übrig. Vor allem die Gitarren sollten doch diese gewisse Kraft oder Tragik herüberbringen, doch so etwas fehlt hier in meinen Augen gänzlich. Die teils sehr verzerrten Riffs haben eine gewisse Wirkung, aber eine alles andere als wirklich herunterziehende. Zwar verfolge ich das erste Demo der Deutschen stets mit einer gesunden Portion Aufmerksamkeit, gefesselt aber werde ich nie.

"Hoffnungslos…" kann man besitzen. Gerade deshalb, weil Tapes ja nie wirklich von Wucherpreisen befallen sind. Wer aber tief ins Dunkel abtauchen will, sollte zu anderen Interpreten greifen. Entweder habe ich hier irgendetwas nicht ganz verstanden, oder Freitod sind wirklich nur mittelprächtig, und davon gehe ich jetzt einfach mal aus.

5/10

[Martin aka Pest, Berlin den 08.08.2007]