Eiserne Dunkelheyt - Lebensekel

Eiserne Dunkelheyt - Lebensekel Cover
Label:
Bøddel Productions
Erscheinungsjahr:
2005
Limitiert auf:
111 Stück
Kontaktadresse:
eisernedunkelheyt.de

Eine Zeit lang unter dem Namen Iron Darkness bekannt, treibt Herr Schuldt als Ein-Mann-Projekt seit geschätzten vier Jahren sein Unwesen im Underground. Komischerweise wurden seine Veröffentlichungen mal unter diesem, und mal unter jenem Namen herausgebracht. Offiziell ist Iron Darkness aber wohl nicht mehr existent. Eiserne Dunkelheyt ist nun der Name, auf den das Projekt des Deutschen hört.

Ich muss schon zugeben, dass ich mit der Spielweise, zumindest wie sie auf "Lebensekel" geboten wird, ein wenig Schwierigkeiten habe. Die Musik des Projektes klingt in fast allen Belangen eher unorthodox. Vergleichbares fällt mir nicht ein. Das ist natürlich schon mal ein positiver Aspekt, denn Eigenständigkeit in schwarzmetallischen Kreisen will schon etwas heißen. Wobei einige Gitarrenfahrten gar nicht wirklich ins Genre passen. Gerade beim ersten Titel mit Namen "Ein Leben ging dahin", werden sehr untypische, höchstmelodische Riffs geboten, die etwas gewöhnungsbedürftig und meines Erachtens nach auch fast deplaziert wirken. Dafür gibt es aber auch richtig berauschende Abschnitte. Dem zweiten Song hingegen kann ich auf voller Linie gar nichts abgewinnen. Der Höhepunkt ist, so denke zumindest ich, "Der Tag des ewigen Erwachens", der sich klanglich ungestümer und viel energiegeladener als alle anderen Stücke präsentiert. Auch die Stimme von Herrn Schuldt krächzt hier richtig schön und bildet mit dem treibenden Riffing einen wunderbaren Klangwall aus Emotionen. Davon hätte er ruhig mehr zeigen dürfen, denn außer einem kurzen Zwischenspiel und einem abschließenden aber im Übrigen sehr gut interpretierten Katatonia-Cover gibt es sonst nichts weiter auf die Ohren.

Was ich davon letztendlich halten soll, weiß ich nicht so wirklich. Das Material wirkt irgendwie, zumindest teilweise, etwas lieblos zusammengesetzt. Alle enthaltenen Titel klingen im Vergleich etwas anders, sei es vom Sound, von der Spielweise oder von Sonstigem her. Dabei hat "Lebensekel" wirklich großartige Momente, aber auch nicht erheblich weniger belanglose oder gar nervende.

5/10

[Martin aka Pest, Berlin den 08.04.2007]