Dusken - Hopeless

Dusken - Hopeless Cover
Label:
Abstruse Records
Erscheinungsjahr:
2006
Limitiert auf:
66 Stück
Kontaktadresse:
info@w-t-c.org

Man möchte ja im Black Metal ungern von Trends sprechen, aber depressiver Black Metal ist definitiv eine Sache, die sich in letzter Zeit immer größerer Beliebtheit erfreute. Anfangs war ich auch völlig begeistert von dieser Stilistik und hörte eigentlich jede Band, die sich auch nur annähernd in diese Richtung bewegte. Inzwischen hat sich dies - zum Glück muss ich sagen - gelegt, und nun kommen mir auf Dauer, wenn überhaupt, nur noch qualitativ hochwertige Vertreter dieser Art regelmäßig in die Anlage. Das erst seit kurzer Zeit aktive Projekt aus deutschen Landen namens Dusken ist definitiv eines davon.

Der einzige Musiker namens Dorn, welcher nebenher auch noch bei Nebelwald aktiv ist, präsentiert uns hier mit "Hopeless", so der Name der Kassette, eine alles andere als halbgare Veröffentlichung. Zwar gibt es darauf nichts grundlegend Neues, aber vor allem handelt es sich hierbei nicht um solch einen derben Abklatsch à la Sterbend und Konsorten, welche mir aufgrund des hohen Kopierfaktors doch etwas sauer aufstoßen. Ganz besonders der Gesang ist relativ eigenständig, distanziert sich zwar klar von dem typisch verzweifelten Kreischgesang, allerdings genauso vom ganz traditionellen und siedelt sich letztendlich irgendwo dazwischen an, was für ein mitreißendes Hörerlebnis sorgt. Noch viel mehr dazu bei trägt allerdings der Klang im Allgemeinen, welcher zwar schön kompakt, aber vor allem auch rau genug tönt. Besonders das Schlagzeug, welches überwiegend mit Snare und Bass-Drum auskommt, hat einen wunderbar harten und kraftvollen Klang und sorgt trotz der sonst erzeugten puren Atmosphäre sogar für etwas Kopfnicken. Die Gitarrenarbeit ist auch wie alles andere sicher nicht sonderlich schwer nachzuahmen, bietet aber klasse Melodien, die sich schnell im Ohr festsetzen und teils gar für Gänsehaut sorgen können.

Alles in allem kann man dem Herren Dorn nur ein Kompliment machen. Ein so düsteres, niederschmetterndes aber ebenso kraftvolles Werk hört man sicher nicht alle Tage. Wenn er weiter so fleißig arbeitet wie für dieses etwas über zwanzig Minuten lange Tape, ist er in dem Genre sicher ganz schnell einer der Vorzeigekünstler. Auf alles Weitere bin ich jedenfalls sehr gespannt und ich kann Euch nur raten, die letzten Kopien der gerade einmal sechsundsechzig handnummerierten Stück, auf welche "Hopeless" limitiert ist, abzustauben. Ansonsten heißt es warten, und zwar auf die nächste, hoffentlich ähnlich starke Veröffentlichung.

7,5/10

[Martin aka Pest, Berlin den 03.01.2007]