Blasphemous - Ripping Alive Christ

Blasphemous - Ripping Alive Christ Cover
Label:
Ravenheart Productions
Erscheinungsjahr:
2005
Limitiert auf:
500 Stück
Kontaktadresse:
blasphemous@interia.pl

Bei dieser Formation handelt es sich, um es gleich mal im Voraus klarzustellen, um die polnische Truppe mit jenem Namen. "Ripping Alive Christ" ist neben einem weiteren Demo und einem Split mit den schwedischen Mordgrim ihre bisher einzige Veröffentlichung. Höchstwahrscheinlich wird es auch dabei bleiben, da sich die Band vor nicht allzu langer Zeit auflöste.

Tatsache ist, dass die Leute hinter Blasphemous wohl Gefallen am Black Metal der alten Schule gefunden haben, zumindest geht ihr Material stark in diese Richtung. Das geliebte Wort "Garagenproduktion" trifft hier schon mal absolut zu. So präsentiert sich ihr Werk klanglich verdammt roh, ungeschliffen und räudig, ohne aber je völlig undurchsichtig zu erscheinen. Außerdem muss gesagt sein, dass hier nichts wirklich klirrend kalt, sondern viel eher furztrocken und rotzig wirkt. Rein musikalisch gesehen offenbaren aber gerade die ersten vier der insgesamt fünf Titel umfassenden Veröffentlichung nichts Großartiges. An sich wird hier sehr grimmiger, mit Klischees beladener Black Metal zelebriert, der zwar gut unterhält, aus der riesigen Masse aber auch nicht entscheidend herauszustechen vermag. Der fünfte Track hingegen sorgt dann plötzlich für Überraschendes. Das knapp elf Minuten andauernde und somit gleichzeitig mit Abstand längste Lied der Kassette besticht mit monotonem, beinahe hypnotisierendem Riffing, welches mich in gewisser Weise nicht selten an den Stil von Judas Iscariot erinnert, auch wenn Blasphemous in diesem Fall ein klein wenig emotionaler und vielleicht gar noch minimalistischer zu Werke gehen. Der Song sorgt dann zum Ende hin doch noch einmal für etwas mehr Kontrast, mit dem man gar nicht mehr rechnet, auch wenn "Ripping Alive Christ" auch so selbstverständlich nicht als herausragend anzusehen ist.

So ist das wohl letzte Werk der Polen sicher ein annehmbares, aber gewiss alles andere als essenzielles Hörerlebnis geworden, welches aufgrund des letzten Liedes noch einen halben Punkt hinzu bekommt und somit voll im schwarzen Saft der Durchschnittlichkeit steht.

5/10

[Martin aka Pest, Berlin den 05.01.2007]